Allgemeine Informationen

Über Krakau

Krakau war bis zum Ende des sechzehnten Jahrhunderts polnische Hauptstadt und ist dann von Warschau in dieser Rolle abgelöst wurden. Heute ist es die viertgrößte Stadt des Landes, wird aber oft als seine eigentliche kulturelle Hauptstadt bezeichnet. Die weltweit renommierte Jagiellonen-Universität, das Wawel-Schloss der alten polnische Könige und einer der größten Marktplätze Europas sind nur einige Highlights in einem der besterhaltendsten mittelalterlichen Stadtzentren in Europa. Die zu großen Teilen unzerstörte und im Originalzustand erhaltene Altstadt ist in das Verzeichnis des Weltkulturerbes der Vereinten Nationen aufgenommen wurden.

Der im Jahre 1257 angelegte Rynek Glowny (Hauptmarkt) ist einer der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas­ das Prunkstück eines Stadtplans, der einmal ein bemerkenswertes Stück Stadtplanung darstellte und es bis heute noch darstellt. Das gitterförmige Muster der alten Altstadtstraßen, das von einer mit Bäumen bewachsenen Fußgängerallee umgeben ist (welche die ehemalige Grenze der Stadtmauern anzeigt) macht es noch heute einfach, die Stadt zu erkunden. Im Süden, mit dem Hauptmarkt durch die geradlinige Grodzka-Straße verbunden. liegt das Wawel-Schloss, der Sitz der polnischen Könige vom elften Jahrhundert bis zum Beginn des siebzehnten Jahrhunderts.

Kazimierz

Einen Spaziergang nach Süden von nicht mehr als ein paar Minuten von der Altstadt entfernt und von der Josef-Dietl-Straße begrenzt, liegt der alte Stadtteil Kazimierz. Noch bis zum Jahre 1880 war diese Straße ein Nebenfluss der Weichsel und Kazimierz eine Insel. Am besten bekannt als ehemaliges Jüdisches Viertel von Krakau, ist Kazimierz eigentlich in zwei Hälften geteilt: das jüdische Kazimierz im Nordostteil und das christliche Kazimierz im Südwestteil. Die jüdische Kultur blühte hier vom 16. Jahrhundert an bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges, als die gesamte jüdische Bevölkerung von ungefähr 64.000 Personen (ein Viertel der Stadtbevölkerung) im Krakauer Ghetto zusammengetrieben wurde, wo sie entweder direkt ermordet wurden oder in die nahegelegenen Konzentrationslager einschließlich Auschwitz verschleppt wurden. Nach dem Ende des Krieges kamen nur 6000 von ihnen zurück, aber einige konnten sich wieder ansiedeln. In Kazimierz sind die Reste dieser blühenden jüdischen Gemeinde erhalten geblieben und die zahlreichen Synagogen wurden restauriert und enthalten heute zum Teil Ausstellungen über das Leben der Juden vor dem Krieg.

Über Polen

Im Zentrum von Europa gelegen, hat Polen während seiner Geschichte sowohl Glanzzeiten, als auch Zeiten voller Turbulenzen und voller Gewalt kennen gelernt. Es gab sowohl Jahrhunderte der Unabhängigkeit und Stärke, als auch Jahrhunderte der Unterdrückung und Schwäche des Landes, Mehrere Millionen polnischer Menschen, darunter die Hälfte Juden, starben im zweiten Weltkrieg.

Im Jahre 1989 war Polen das erste der osteuropäischen Länder, die das kommunistische System stürzten. Diesem Sturz gingen Jahre der Demonstrationen, Streiks und politischen Tätigkeit im Untergrund voraus, die von der Gewerkschaft "Solidarität" geführt wurden. Trotz starken Widerstands aus Russland trat Polen im Jahre 1999 in die NATO ein und wurde im Jahre 2004 in die Europäische Union aufgenommen.

Polen hat in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Einführung einer Marktwirtschaft und der Anziehung von Auslandsinvestitionen gemacht. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit im Land sehr hoch und die Einkommen und ihr Wachstum eher gering. Der gesamte Landwirtschaftssektor ist schwerfällig und sehr ineffizient ­ viele Landwirte bauen immer noch auf ihren kleinen Landstreifen mit fast mittelalterlichen Methoden alles an, was die Erde hergibt ­ ohne Spezialisierung und Konzentration. Trotz dieser Probleme ist die landwirtschaftliche Produktion Polens größer als die von Großbritannien, Frankreich und Italien zusammen genommen, wodurch die landwirtschaftlichen Zuschüsse der EU zu einem großen Streitfall geworden sind. Die Europäische Kommission hat darüber hinaus die allumfassende Korruption in Polen als eines der Hauptprobleme des Landes ausgemacht, ebenso wie die Notwendigkeit der Verstärkung der Grenzkontrollen zu Nicht-EU-Ländern.

Die römisch-katholische Kirche hat in Polen einen sehr starken Einfluss auf das Leben der Einwohner. In letzter Zeit hat sie vor allem Besorgnis darüber geäußert, dass moderne Lebensstile die moralischen Werte der Menschen zerstören. Die Kirche ist gemeinsam mit der Mehrzahl der Bürger in heiße Diskussionen über solche Themen, wie Gottesdienste in der Schule oder Legalität der Schwangerschaftsunterbrechung verwickelt.



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